Permanent Make-up entfernen: Augenbrauen, Lidstrich und Lippen
Permanent Make-up und Microblading lassen sich wieder entfernen, wenn Form oder Farbe nicht mehr passen. Die Arbeit im Gesicht verlangt aber mehr Vorsicht als ein Körpertattoo. Hier liest du, wie die Entfernung an Augenbrauen, Lidstrich und Lippen abläuft, warum manche Pigmente beim Lasern dunkel umschlagen und wann ein Remover die bessere Wahl ist.
Dazu kommen Antworten zu Sitzungen, Heilung, Brauenhaaren und zur neuen Pigmentierung danach. Als Geräte nennen wir den Pikosekundenlaser PICOLO XL sowie die Q-Switch-Nd:YAG-Laser PICOLO L und PICOLO S von SIACSKIN.
Wie läuft die Laserentfernung von Permanent Make-up an den Augenbrauen ab?
Die Sitzung dauert nur wenige Minuten: Braue reinigen, Augen schützen, Probestelle setzen, dann das Pigment Impuls für Impuls abfahren. Zuvor wird die Braue abgeschminkt und fotografiert, auf Wunsch wirkt eine Betäubungscreme ein. Du trägst lichtdichte Augenschalen. Gelasert wird mit kleinem Spot und niedriger Energie, die Haut färbt sich kurz weißlich. Danach wird gekühlt und eine Wundpflege aufgetragen. In den folgenden Wochen baut der Körper das zerkleinerte Pigment ab, erst dann zeigt sich die Aufhellung.
Für Brauen braucht es einen Laser, der sich fein dosieren lässt. Beim PICOLO XL wählst du Spots von 2 bis 10 mm und Energien ab 100 mJ, die KI stellt die Parameter automatisch ein. Auch der PICOLO L bietet Spotgrößen von 2 bis 10 mm.
Kann man Microblading mit dem Laser entfernen und geht das schneller als bei Permanent Make-up?
Ja, Microblading lässt sich lasern und verblasst meist schneller, weil die Farbe mit der Klinge flacher und in geringerer Menge eingebracht wird als mit der Maschine. Oft reichen 1 bis 3 Sitzungen für eine deutliche Aufhellung. Schwieriger wird es, wenn mehrfach nachgearbeitet wurde, wenn die Striche zu tief geritzt und vernarbt sind oder wenn eine Puderbrauen-Schattierung darüberliegt. Narbige Striche bleiben als feine Linien sichtbar, auch wenn die Farbe weg ist. Wie beim maschinellen Permanent Make-up können eisenoxidhaltige Brauntöne zunächst ins Rötliche oder Graue umschlagen.
Die feinen Härchenstriche verlangen wenig Energie und einen kleinen Spot. Dafür eignen sich der PICOLO XL und der PICOLO L mit Spotgrößen von 2 bis 10 mm.
Warum wird Permanent Make-up beim Lasern manchmal dunkel, grau oder schwarz?
Weil viele PMU-Farben Eisenoxid oder Titandioxid enthalten, und diese Metalloxide verändern sich unter dem Laserimpuls chemisch. Rotbraunes Eisenoxid wird in eine schwarze Form umgewandelt, weißes Titandioxid schlägt ins Graue um. Betroffen sind vor allem Hauttöne, Rosé, Rot, helle Brauntöne und alles, was mit Weiß aufgehellt wurde. Der Umschlag passiert sofort beim ersten Impuls. Das dunkle Pigment lässt sich danach in weiteren Sitzungen meist wie eine schwarze Tätowierung abbauen, es kostet aber Geduld.
Deshalb beginnt jede Behandlung mit einer Probestelle an unauffälliger Position, die einige Wochen beobachtet wird. Für das nachgedunkelte Pigment ist die Wellenlänge 1064 nm zuständig, die PICOLO XL, PICOLO L und PICOLO S mitbringen.
Kann man orange, rot oder lachsfarben verblasste Augenbrauen weglasern?
Ja, warme Restfarben sprechen auf grünes Laserlicht mit 532 nm an, das von Rot und Orange stark aufgenommen wird. Der Rotstich entsteht, wenn aus einer braunen Mischfarbe das Schwarz zuerst verschwindet und das rote Eisenoxid übrig bleibt. Mit 1064 nm passiert bei solchen Brauen wenig. 532 nm wird allerdings auch vom Melanin der Haut aufgenommen: Bei gebräunter oder dunklerer Haut steigt das Risiko heller Flecken, die Energie wird niedrig gewählt. Auch hier kann eisenoxidhaltige Farbe zunächst nachdunkeln, eine Probestelle klärt das.
Der PICOLO L kombiniert 1064 nm mit 532 nm, laut SIACSKIN für rote, orange und helle Pigmente. Der PICOLO XL bietet 532 nm mit Pikosekundenimpulsen, der optionale Dye-Head ergänzt 585 und 650 nm.
Was hilft gegen blau oder grau gewordene Augenbrauen nach Permanent Make-up?
Blaugraue Brauen lassen sich in der Regel gut mit 1064 nm aufhellen, denn hinter dem kühlen Farbton steckt meist rußbasiertes Schwarz. Der Blaustich entsteht, wenn dunkles Pigment zu tief sitzt: Die Haut darüber streut das Licht, und Schwarz wirkt bläulich. Das passiert häufig bei älteren, mehrfach aufgefrischten Brauen. Genau dieses Pigment nimmt 1064 nm stark auf, und die Wellenlänge dringt tief ein, ohne die Oberhaut stark zu belasten. Meist sind 2 bis 4 Sitzungen nötig, bei dichter Farbe mehr.
Mit kürzeren Impulsen zerfällt das Pigment feiner. Der PICOLO XL arbeitet bei 1064 nm mit 280 Pikosekunden, der PICOLO L als Q-Switch-Nd:YAG-Laser im Nanosekundenbereich und mit bis zu 1800 mJ.
Kann man einen permanenten Lidstrich lasern und wie werden die Augen dabei geschützt?
Ja, das ist möglich, aber nur mit Augenschutzschalen aus Metall, die unter die Lider direkt auf das betäubte Auge gesetzt werden. Eine Schutzbrille oder aufgeklebte Schalen reichen am Lidrand nicht, denn der Laser arbeitet wenige Millimeter vom Augapfel entfernt, und 1064 nm durchdringt das Lid. Das Einsetzen der Schalen, die Betäubungstropfen und die Kontrolle des Auges machen die Lidstrichentfernung zu einer ärztlichen Behandlung. Wimpern können vorübergehend heller werden oder ausfallen, die Lider schwellen für 1 bis 3 Tage an.
Am Lid zählen ein sehr kleiner Spot und niedrige Energie. Der PICOLO XL lässt sich auf 2 mm Spotgröße und Energien ab 100 mJ einstellen. Wer welche Behandlung durchführen darf, ist je nach Land unterschiedlich geregelt.
Lässt sich Permanent Make-up an den Lippen und eine Lippenkontur wieder entfernen?
Ja, aber Lippen sind die heikelste Zone, weil Lippenfarben fast immer Rot- und Rosétöne mit Eisenoxid oder Titandioxid sind. Sie können beim Lasern schlagartig grau oder schwarz werden, und das an einer Stelle, die sich nicht verstecken lässt. Eine Probestelle am Rand der Kontur ist deshalb Pflicht. Schlägt die Farbe um, wird mit 1064 nm weiterbehandelt oder auf eine andere Methode gewechselt. Die Lippe schwillt stark an und heilt in etwa einer Woche ab. Wer zu Lippenherpes neigt, bespricht vorher mit dem Arzt eine Vorbeugung, denn der Reiz kann einen Ausbruch auslösen.
Für rote Pigmente bieten der PICOLO XL und der PICOLO L die Wellenlänge 532 nm, für nachgedunkelte Farbe 1064 nm.
Laser oder Remover: Was ist besser, um Permanent Make-up zu entfernen?
Für dunkle, kühle und tief sitzende Pigmente ist der Laser die erste Wahl, Remover haben ihre Stärke bei Farben, die der Laser nicht sicher erfasst. Remover sind Lösungen auf Salz-, Säure- oder Laugenbasis, die wie beim Pigmentieren in die Haut eingearbeitet werden. Sie ziehen Farbe über eine Kruste nach außen, unabhängig vom Farbton. Das hilft bei Weiß, Hauttönen und Camouflage, die unter dem Laser nachdunkeln können. Dafür entsteht eine offene Wunde, die Abheilung dauert länger, und das Narbenrisiko ist höher.
Der Laser arbeitet durch die geschlossene Hautoberfläche und trifft gezielt das Pigment. PICOLO XL, PICOLO L und PICOLO S zerkleinern es mit ultrakurzen Impulsen, den Abtransport der Bruchstücke übernimmt der Körper.
Wie viele Sitzungen braucht die Entfernung von Permanent Make-up und in welchem Abstand?
Meist genügen 2 bis 4 Sitzungen im Abstand von 6 bis 8 Wochen, also weniger als bei einem Körpertattoo. PMU-Pigmente liegen flacher und in geringerer Menge in der Haut. Mehr Sitzungen brauchen Brauen, die über Jahre mehrfach aufgefrischt oder mit einer zweiten Farbe korrigiert wurden, außerdem Farben, die erst nachdunkeln und dann abgebaut werden müssen. Der Abstand ist nötig, weil das Lymphsystem die Pigmentreste über Wochen abtransportiert und die dünne Gesichtshaut vollständig abheilen soll.
Der Pikosekundenlaser PICOLO XL zerlegt Pigment mit 280 ps besonders fein, was die Zahl der Sitzungen häufig senkt. Beim Q-Switch-Laser PICOLO L rechnest du laut SIACSKIN mit etwas mehr Sitzungen.
Fallen die Augenbrauenhaare beim Lasern von Permanent Make-up aus oder werden sie weiß?
Die Härchen können vorübergehend heller, weißlich oder brüchig werden, wachsen aber in aller Regel normal und in ihrer Farbe nach. Die ultrakurzen Impulse treffen neben dem Farbpigment auch das Melanin im Haarschaft und bleichen ihn aus. Die Haarwurzel bleibt dabei in der Regel intakt, denn um sie zu veröden, wären lange Impulse im Millisekundenbereich nötig, wie sie Laser zur Haarentfernung abgeben. Meist ist das helle Haar nach einigen Wochen bis wenigen Monaten durch ein neues ersetzt. Bis dahin lassen sich die Brauen färben oder mit dem Stift nachziehen, sobald die Haut abgeheilt ist.
PICOLO L und PICOLO S geben für die Pigmententfernung Impulse im Nanosekundenbereich ab, der PICOLO XL Impulse von 280 Pikosekunden. Diese kurzen Impulse zielen auf Pigment und nicht auf den Follikel.
Wie heilt die Haut nach der Entfernung von Permanent Make-up und wie pflegt man sie?
Die Haut ist nach etwa 5 bis 10 Tagen oberflächlich abgeheilt, bis dahin ist sie gerötet, leicht geschwollen und bildet feine Krusten. Im Gesicht verläuft das meist milder als nach einem Körpertattoo, Bläschen sind selten. Kühle die Stelle am ersten Tag, halte sie sauber und trocken und trag die empfohlene Wundpflege dünn auf. Krusten fallen von selbst ab. Make-up, Brauenfarbe, Peelings und Pflege mit Säuren oder Retinol bleiben weg, bis die Haut geschlossen ist. Danach schützt du die Zone täglich mit hohem Lichtschutzfaktor.
Direkt nach der Sitzung nimmt Kaltluft Brennen und Schwellung. Der KYROMASTER von SIACSKIN kühlt vor, während und nach dem Lasern und ist für Pikosekunden- und Nd:YAG-Laser wie den PICOLO XL und den PICOLO L geeignet.
Wann kann man nach der Entfernung neues Permanent Make-up stechen lassen?
Frühestens 6 bis 8 Wochen nach der letzten Lasersitzung, besser nach etwa 3 Monaten. Die Haut muss vollständig abgeheilt sein, und der Körper baut noch wochenlang Pigment ab: Erst dann siehst du, wie hell die Stelle wirklich geworden ist. Wer zu früh pigmentiert, arbeitet in gereizte Haut, die Farbe schlechter und ungleichmäßig hält. Für eine neue Form muss das alte Pigment oft gar nicht ganz weg. Es reicht, es so weit aufzuhellen, dass die neue Zeichnung es sauber überdeckt.
Sag vor dem neuen Termin, dass gelasert wurde. Für das gezielte Aufhellen einzelner Partien, etwa eines zu breiten Brauenkopfs, bieten der PICOLO XL und der PICOLO L Spots ab 2 mm.
Lässt sich frisches Permanent Make-up sofort wieder entfernen oder muss man warten?
Mit dem Laser wartest du, bis die Haut abgeheilt ist, in der Regel 4 bis 6 Wochen nach dem Pigmentieren. Frisch gestochene Haut ist eine Wunde, zusätzliche Energie würde sie überfordern und Narben begünstigen. Dazu kommt: Direkt nach dem Stechen wirkt die Farbe dunkler und breiter, als sie bleibt. Ein Teil geht mit der Kruste ab, ein weiterer verblasst in den ersten Wochen. Manches Ergebnis, das am ersten Tag erschreckt, erledigt sich dadurch von selbst.
Älteres Permanent Make-up hat der Körper bereits ausgedünnt, es geht oft schneller weg, kann aber aus mehreren Farbschichten bestehen. Mit dem PICOLO XL stehen dafür 532, 755 und 1064 nm bereit, mit dem PICOLO L 532 und 1064 nm.
Kann man hautfarben oder weiß überdecktes Permanent Make-up (Camouflage) lasern?
Nur eingeschränkt und nie ohne Probestelle, denn Camouflage-Farben bestehen überwiegend aus Titandioxid und schlagen unter dem Laser häufig ins Dunkelgraue um. Wurde eine misslungene Braue oder Lippenkontur mit Hautton übermalt, liegen zwei Schichten übereinander: oben das helle, darunter das ursprüngliche Pigment. Der Laser macht die helle Schicht erst dunkel, bevor beide abgebaut werden können. Das braucht mehr Sitzungen, und Titandioxid reagiert träge. Häufig wird deshalb kombiniert: Ein Remover holt die helle Farbe heraus, der Laser den dunklen Rest.
Sprich eine frühere Korrektur in der Beratung offen an. Für nachgedunkeltes Pigment nutzt du 1064 nm am PICOLO XL, PICOLO L oder PICOLO S.
Pikosekundenlaser oder Q-Switch-Laser: Was eignet sich besser für Permanent Make-up?
Beide entfernen Permanent Make-up, der Pikosekundenlaser arbeitet dabei mit weniger Wärme und oft mit weniger Sitzungen. Im Gesicht ist das ein Vorteil: Dünne Haut, Brauenhaare und die sichtbare Lage verzeihen wenig. Da PMU-Pigment flach sitzt und in kleiner Menge vorliegt, erreicht aber auch ein Q-Switch-Nd:YAG-Laser gute Ergebnisse, wenn er sich niedrig und fein dosieren lässt. Wichtiger als die Pulsdauer ist, dass die passenden Wellenlängen vorhanden sind: 1064 nm für dunkle und 532 nm für rote und orange Töne.
Der PICOLO XL ist der Pikosekundenlaser von SIACSKIN mit 280 ps. Der PICOLO L als Q-Switch-Laser mit 1064 und 532 nm ist die wirtschaftlichere Lösung, der PICOLO S das Einstiegsgerät für ein kleineres Behandlungsvolumen.