Laser-Haarentfernung: Diodenlaser, Alexandrit, Nd:YAG, IPL und LED im Vergleich
Diodenlaser, Alexandritlaser, Nd:YAG, IPL oder LED: Welche Technologie zur dauerhaften Haarentfernung passt, hängt von Hauttyp, Haarfarbe und dem Anspruch an Tempo und Komfort ab. Diese Seite erklärt, wie Laser-Haarentfernung physikalisch funktioniert, worin sich die Wellenlängen 755, 808 und 1064 nm unterscheiden und welche technischen Daten bei einem Gerät wirklich zählen.
Die Antworten richten sich an Studios, Praxen und Kliniken vor einer Geräteentscheidung und an alle, die die Technik verstehen wollen. Als Beispiele dienen die Geräte von SIACSKIN: der Diodenlaser DEWEON 4LD, der AlexDUAL UFO mit Alexandrit und Nd:YAG, das LED-System VCL DERMALIGHT, der DERMAFORCE BBL PRO und das Kühlgerät KYROMASTER.
Wie funktioniert die Laser-Haarentfernung?
Das Melanin im Haar nimmt das Laserlicht auf, wandelt es in Wärme um, und diese Wärme schädigt die haarbildenden Zellen im Follikel. Das Prinzip heißt selektive Photothermolyse: Wellenlänge, Pulsdauer und Energie sind so gewählt, dass das dunkle Haar die Energie aufnimmt und die umgebende Haut möglichst wenig davon abbekommt. Das Haar wirkt dabei wie ein Docht, der die Wärme in die Tiefe leitet. Ist der Follikel ausreichend geschädigt, bildet er kein kräftiges Haar mehr.
Deshalb zählen Kontrast und Kühlung: Je dunkler das Haar im Verhältnis zur Haut, desto einfacher die Behandlung. Der DEWEON 4LD arbeitet mit vier Wellenlängen (755, 808, 940 und 1064 nm) und kühlt die Hautoberfläche über einen Saphir.
Warum wirkt der Laser nur bei Haaren in der Wachstumsphase?
Nur in der Wachstumsphase, der Anagenphase, ist das Haar fest mit seiner Wurzel verbunden und reich an Melanin, und nur dann leitet es die Wärme bis zu den haarbildenden Zellen. In der Übergangs- und der Ruhephase hat sich das Haar bereits von der Wurzel gelöst, der Laserpuls läuft ins Leere. Je nach Körperzone wächst immer nur ein Teil der Haare aktiv: an Beinen und Armen etwa ein Fünftel, im Gesicht deutlich mehr.
Darum braucht jede Laser-Haarentfernung mehrere Sitzungen, egal mit welchem Gerät. Das Gerät entscheidet aber, wie zuverlässig jede Sitzung die gerade aktiven Haare erfasst. Beim AlexDUAL UFO stellt die SIA-KI mit Kameras am Handstück Hauttyp, Körperregion und Energie automatisch ein.
Was ist der Unterschied zwischen Diodenlaser, Alexandritlaser und Nd:YAG-Laser?
Der Unterschied liegt in der Wellenlänge: Der Alexandritlaser arbeitet mit 755 nm, der klassische Diodenlaser mit 808 nm und der Nd:YAG-Laser mit 1064 nm. Je kürzer die Wellenlänge, desto stärker nimmt Melanin das Licht auf. 755 nm erfasst deshalb auch feinere Haare, belastet aber pigmentreiche Haut stärker. 1064 nm dringt tiefer ein und schont die Oberhaut, braucht dafür kräftiges, dunkles Haar. 808 nm liegt dazwischen und gilt als Allrounder.
SIACSKIN deckt alle drei ab: Der AlexDUAL UFO kombiniert Alexandrit (755 nm) und Nd:YAG (1064 nm) in einem Gerät, der DEWEON 4LD ist ein Diodenlaser mit 755, 808, 940 und 1064 nm.
Was bringt ein Diodenlaser mit vier Wellenlängen gegenüber einem reinen 808-nm-Laser?
Ein Diodenlaser mit mehreren Wellenlängen erreicht Haare in unterschiedlicher Tiefe und lässt sich an mehr Hauttypen anpassen als ein reines 808-nm-Gerät. 755 nm wird am stärksten von Melanin aufgenommen und zielt auf feinere, oberflächlich sitzende Haare. 808 nm ist der bewährte Mittelweg. 940 und 1064 nm dringen tiefer ein und werden von der Oberhaut weniger absorbiert, was bei dunkleren Hauttypen und tief sitzenden Haaren zählt.
Der DEWEON 4LD vereint genau diese vier Wellenlängen. Sein KI-Hautanalysator wählt Wellenlänge und Energie automatisch, sodass ein Studio mit einem einzigen Gerät alle Hauttypen behandeln kann.
Für welche Haut und welche Haare eignet sich der Alexandritlaser mit 755 nm?
Der Alexandritlaser eignet sich für helle Hauttypen (Fitzpatrick I bis IV) mit dunkelblonden bis dunklen Haaren, auch wenn diese fein sind. Bei 755 nm ist die Melaninabsorption sehr hoch, deshalb erfasst er Haare, die für längere Wellenlängen zu wenig Pigment haben. Genau diese Stärke wird bei dunkler Haut zum Nachteil, weil dann auch die Oberhaut mehr Energie aufnimmt. Bei sehr hellen, weißen, grauen oder roten Haaren reicht das Pigment auch für den Alexandritlaser kaum aus.
Im AlexDUAL UFO arbeitet deshalb neben dem Alexandritlaser ein Nd:YAG-Laser mit 1064 nm für die dunklen Hauttypen V bis VI. Der quadratische Spot reicht von 10 bis 40 mm.
Warum eignet sich der Nd:YAG-Laser mit 1064 nm für dunkle Haut?
Licht mit 1064 nm wird vom Melanin der Oberhaut deutlich schwächer aufgenommen als kürzere Wellenlängen und dringt trotzdem tief bis zur Haarwurzel vor. Bei dunkler Haut steckt viel Melanin in der Epidermis. Ein Alexandritlaser würde dort zu viel Energie abgeben, das Risiko für Verbrennungen und Pigmentverschiebungen steigt. Der Nd:YAG-Laser umgeht dieses Problem, braucht aber kräftige, dunkle Haare, weil auch das Haar diese Wellenlänge schwächer absorbiert.
Der AlexDUAL UFO hat den Nd:YAG-Laser für die Hauttypen V bis VI an Bord und daneben den Alexandritlaser für helle Haut. Auch der DEWEON 4LD bietet 1064 nm als eine seiner vier Wellenlängen.
Was ist der Unterschied zwischen Laser und IPL bei der Haarentfernung?
Ein Laser sendet Licht einer einzigen Wellenlänge, IPL dagegen ein breites Spektrum, das Filter auf den gewünschten Bereich eingrenzen. Laserlicht ist gebündelt und trifft das Melanin im Haar gezielter. IPL verteilt die Energie auf viele Wellenlängen, erwärmt das Melanin ebenfalls und reduziert den Haarwuchs über mehrere Sitzungen, ist aber stärker auf helle Haut mit dunklen Haaren angewiesen.
Für ein Studio mit Schwerpunkt Haarentfernung ist ein Laser wie der DEWEON 4LD die konsequente Wahl. Der DERMAFORCE BBL PRO ist BroadBand Light, also weiterentwickeltes IPL und kein Laser: Seine Stärke ist die Hautverjüngung, die Filter für die Haarreduktion sind eine Ergänzung für die Hauttypen I bis IV.
Was ist LED-Haarentfernung und für welche Haare ist sie gedacht?
LED-Haarentfernung arbeitet statt mit einer einzelnen Laserwellenlänge mit einem breiteren Lichtband und ist für helle, blonde und sehr feine Haare gedacht, die ein Laser kaum erfasst. Solche Haare enthalten wenig Melanin, deshalb kommen Dioden- und Alexandritlaser bei ihnen an ihre Grenze.
Der VCL DERMALIGHT von SIACSKIN ist ein solches LED-System und kein Laser. Er arbeitet im Spektrum von 750 bis 890 nm mit 1 bis 50 J/cm² und einem Spot von 18 × 24 mm. Ausgelegt ist er auf die Haarreduktion bei hellen, blonden und feinen Haaren sowie Flaum. Für dunkle oder dicke Haare ist er nicht gedacht, dort ist ein Laser wie der DEWEON 4LD das richtige Werkzeug. Weiße, graue und rote Haare sprechen auch auf LED kaum an.
Welche Technologie passt zu welchem Hauttyp und welcher Haarfarbe?
Als Faustregel gilt: Helle Haut mit dunklen Haaren verträgt kurze Wellenlängen, dunkle Haut braucht lange, und sehr helle Haare brauchen ein eigenes System. Für die Hauttypen I bis IV mit dunkelblonden bis dunklen Haaren passt der Alexandritlaser mit 755 nm, für die Hauttypen V bis VI der Nd:YAG-Laser mit 1064 nm. Beide stecken im AlexDUAL UFO. Der Diodenlaser DEWEON 4LD deckt mit seinen vier Wellenlängen alle Hauttypen bei pigmentierten Haaren ab.
Für helle, blonde und sehr feine Haare ist das LED-System VCL DERMALIGHT vorgesehen. Weiße, graue und rote Haare sprechen auf Licht und Laser kaum an, hier bleibt die Nadelepilation.
Ist Laser-Haarentfernung besser als Waxing oder Sugaring?
Für alle, die Haare langfristig loswerden wollen, ja: Waxing und Sugaring reißen das Haar heraus, lassen den Follikel aber intakt, sodass es nach 3 bis 6 Wochen nachwächst. Der Laser schädigt dagegen die haarbildenden Zellen selbst. Nach einer Behandlungsserie bleibt eine deutliche, langfristige Haarreduktion, einzelne Haare können nachwachsen. Dazu kommt: Waxing begünstigt eingewachsene Haare und setzt voraus, dass die Haare zwischen den Terminen einige Millimeter lang werden. Beim Lasern wird einfach weiter rasiert.
Für Studios, die von Waxing auf Laser erweitern, ist ein Gerät sinnvoll, das möglichst viele Kundinnen und Kunden abdeckt. Der DEWEON 4LD ist als Diodenlaser mit vier Wellenlängen für alle Hauttypen ausgelegt.
Laser oder Nadelepilation: Was ist der Unterschied?
Der Laser behandelt viele Haare gleichzeitig über ihr Melanin, die Nadelepilation verödet jeden Follikel einzeln mit einer feinen Sonde und Strom. Der Laser ist dadurch um ein Vielfaches schneller und für ganze Körperzonen geeignet, setzt aber pigmentierte Haare voraus. Die Nadelepilation funktioniert unabhängig von der Haarfarbe, also auch bei weißen, grauen und roten Haaren. Sie ist jedoch langsam, unangenehmer und nur für kleine Areale wie Kinn oder Oberlippe praktikabel.
In der Praxis ergänzen sich beide Methoden. Flächen und pigmentierte Haare übernimmt ein Laser wie der AlexDUAL UFO, der mit Alexandrit und Nd:YAG die Hauttypen I bis VI abdeckt, einzelne helle Resthaare die Nadel. Ein Gerät für die Nadelepilation führt SIACSKIN nicht.
Welche technischen Daten sind bei einem Laser zur Haarentfernung wirklich wichtig?
Entscheidend sind Wellenlänge, Leistung, Spotgröße, Pulsdauer, Wiederholrate und Kühlung. Die Wellenlänge legt fest, welche Haut- und Haartypen du behandeln kannst. Hohe Leistung erlaubt kurze Pulse mit genug Energie, auch bei großem Spot. Ein großer Spot bringt das Licht tiefer ins Gewebe und verkürzt die Behandlung, die Wiederholrate bestimmt das Arbeitstempo. Eine weit einstellbare Pulsdauer passt die Energie an feine wie an dicke Haare an.
Zum Vergleich die Daten des DEWEON 4LD: vier Wellenlängen, 4000 W am Handstück, Spots von 15 × 15 bis 15 × 40 mm, Pulse von 1 bis 200 ms, bis zu 30 Hz und Saphirkühlung bis minus 50 °C. Der AlexDUAL UFO kommt auf 7500 W Gesamtleistung bei Spots von 10 bis 40 mm.
Welche Rolle spielt die Pulsdauer bei der Laser-Haarentfernung?
Die Pulsdauer entscheidet, ob die Wärme im Haar bleibt oder in die Haut abfließt, und muss deshalb zur Haardicke und zum Hauttyp passen. Feine Haare geben Wärme schnell wieder ab und brauchen kurze Pulse. Dicke Haare speichern sie länger und vertragen längere Pulse. Bei dunkler Haut verlängert man den Puls bewusst: Die Oberhaut kann die Wärme dann schon während des Pulses abgeben, während das dickere Haar sie hält.
Ein Gerät mit engem Pulsbereich ist deshalb immer ein Kompromiss. Der AlexDUAL UFO arbeitet mit Pulsen von 0,3 bis 100 ms, der DEWEON 4LD mit 1 bis 200 ms. Damit lassen sich die Pulse an feine wie an kräftige Haare anpassen.
Was ist der Unterschied zwischen In-Motion- und Stempeltechnik beim Diodenlaser?
Bei der Stempeltechnik setzt du Puls für Puls nebeneinander, bei der In-Motion-Technik gleitet das Handstück mit vielen schwächeren Pulsen pro Sekunde mehrfach über die Zone. Der Stempel bringt die volle Energie in einem Schuss ins Haar und ist präzise bei kleinen Arealen und einzelnen kräftigen Haaren. Die In-Motion-Technik baut die Wärme schrittweise auf. Das empfinden die meisten als angenehmer, und große Flächen wie Beine oder Rücken sind schneller behandelt. Dafür muss die Zone gleichmäßig und oft genug überfahren werden.
Technische Voraussetzung für das gleitende Arbeiten ist eine hohe Wiederholrate. Der DEWEON 4LD arbeitet mit bis zu 30 Hz und Spots bis 15 × 40 mm, dazu kommt die Saphirkühlung bis minus 50 °C.
Warum ist die Hautkühlung bei der Laser-Haarentfernung so wichtig?
Die Kühlung schützt die Oberhaut vor der Wärme, die auf dem Weg zum Haar entsteht, und macht höhere Energien überhaupt erst verträglich. Ohne sie steigt das Risiko für Rötungen, Blasen und Pigmentveränderungen, und die Behandlung wird deutlich unangenehmer. Kontaktkühlung sitzt im Handstück und kühlt genau dort, wo der Puls auftrifft. Kaltluft kühlt berührungslos und großflächig, auch vor und nach dem Puls.
Der DEWEON 4LD kühlt über einen Saphir mit bis zu minus 50 °C. Der AlexDUAL UFO hat eine Kompressor- und Vierfachkühlung und braucht kein externes Kühlgerät. Als Ergänzung für empfindliche Zonen gibt es den KYROMASTER: Kaltluft bis minus 50 °C zur Prä-, Parallel- und Nachkühlung, ohne Verbrauchsmaterial.